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Die Digitalisierung der Arbeitswelt

Von Max Ertl • 27. Februar 2018

Wer in China das Medizinexamen bestehen will, muss in der Abschlussprüfung mindestens 360 Punkte erreichen. Xiaoyi bekam letztes Jahr 456 Punkte und ist damit zugelassen für die Arbeit als Mediziner. Eigentlich wäre das nichts Ungewöhnliches. Zumindest nicht, wenn Xiaoyi ein Mensch wäre. Doch er ist ein Roboter, genauer der erste Spross der chinesischen Strategie zur künstlichen Intelligenz. Mit einer Million medizinischen Bildern, 400.000 medizinischen Fachartikeln und zwei Millionen medizinischen Akten ausgestattet, kann er automatisch Patientendaten einlesen und analysieren. Bald soll er Ärzte bei der Diagnostik unterstützen. Damit ist Xiaoyi nicht nur ein herausragendes Beispiel für technische Möglichkeiten, sondern auch für die Digitalisierung der Arbeitswelt.

Zugegeben, dieses Beispiel ist ein Einzelfall und verspricht noch lange keinen flächendeckenden Wandel der medizinischen Arbeitswelt. Doch die Digitalisierung schreitet voran. Sie verändert die Welt und damit Arbeitsplätze in allen Branchen. Für viele ein Grund zur Sorge, für die meisten jedoch eine Chance zur Weiterentwicklung. Das betrifft nicht nur das stetig wachsende China, sondern auch Europa und insbesondere Deutschland. Wie die Fortschritte in Sachen Digitalisierung der Arbeitswelt bisher aussehen und wie sich die Zukunft gestalten könnte – all das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Ebenen der digitalen Transformation

Wer von der Digitalisierung der Arbeitswelt spricht, muss dabei insgesamt drei Ebenen berücksichtigen. Zunächst sind hier die technischen Veränderungen wie die exponenzielle Steigerung der Leistungsfähigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien zu nennen. Weiter gehören auch die Entwicklung anderer Technologien wie Robotik oder Sensorik und die digitale Vernetzung von Menschen und Dingen dazu. Von diesen abhängig, wirkt sich die Digitalisierung der Arbeitswelt in zweiter Ebene auf das Konzept von Industrie 4.0 und alle dazugehörenden smarten Prozesse aus. Im Zusammenhang damit steht auch die dritte Ebene der kulturellen Veränderungen. Die sogenannten Digital Natives, also jene Menschen, die mit der digitalen Welt aufgewachsen sind, haben hier entscheidenden Einfluss auf die Kommunikation zwischen den Generationen.

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Die Generation der Digital Natives ist die treibende Kraft der Digitalisierung der Arbeitswelt. Ihre Art, Medien zu nutzen, unterscheidet sich ebenso vom Mediengebrauch älterer Generationen wie sich auch ihre Arbeitsformen unterscheiden. Die bisher bevorzugte klare Trennung von Beruf und Privatleben ist einem Work-Life-Blending gewichen und das Bedürfnis nach Selbstbestimmung hat das Folgen strenger Anweisungen „von oben“ abgelöst. Arbeiten von zu Hause aus, Konferenzen per Video-Chat und Büros als Wohlfühloasen – was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist heute in Unternehmen auf der ganzen Welt verbreitet. Die Digitalisierung hat gerade erst angefangen und schon jetzt hat sie die Arbeitswelt entscheidend verändert.

Digitalisierung der Arbeitswelt schafft neue Berufsprofile

Arbeiten, wenn es in den Biorhythmus passt, vollausgerüstete Büros stundenweise mieten oder neue branchenübergreifende Kontakte in Coworking-Spaces knüpfen. Arbeitsmodelle wie diese nehmen mit zunehmender Digitalisierung Einzug in das Arbeitsleben und helfen dabei ein Bedürfnis des 21. Jahrhunderts zu stillen: die Forderung nach mehr Flexibilität. Denn die Digitalisierung der Arbeitswelt und damit das Modell von Arbeit 4.0 sind längst Alltag. Ohne Internet und Computer läuft heute kaum mehr ein Betrieb und E-Commerce, Cloud Working und Co. breiten sich mehr und mehr in den Unternehmen aus. Wer zu den ewig Gestrigen gehört, hat zunehmend weniger Erfolg. Will ein Unternehmen seinen Mitarbeitern ein flexibles und ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen, setzt es auf digitale Strukturen. E-Mails, Messenger oder Video-Chats erleichtern die Arbeit, egal von wo – vorausgesetzt, das Internet funktioniert.

Eine ausreichende IT-Infrastruktur ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt erfolgreich voranschreiten kann. Über 30 Prozent der mittleren und großen Unternehmen greifen im Arbeitsalltag bereits auf Cloud-basierte Arbeitsmodelle zurück. Digitale Programme wie Enterprise Content Management- (ECM) oder Dokumentenmanagement-Systeme (DMS)erleichtern hier tägliche Arbeitsabläufe und verschaffen den Menschen mehr Zeit, sich auf nicht-automatisierbare Tätigkeiten zu konzentrieren. Routineaufgaben zu automatisieren spart Unternehmen darüber hinaus auch eine Menge an Geld und reduziert Fehlerquellen.

Der digitale Wandel betrifft auch ECM

ECM bedeutet für viele Unternehmen in erster Linie die elektronische Rechnungsstellung. Tausendfach genutzt, erleichtert sie etlichen Betrieben die Arbeit. Doch der digitale Wandel macht auch davor keinen Halt, denn die Digitalisierung der Arbeitswelt kommt mehr und mehr in der Buchhaltungsabteilung an. Wer hier bereits von automatisierten Prozessen profitiert, den erwarten in Zukunft weitere arbeitserleichternde Neuerungen. Immer mehr Anwendungen lassen sich miteinander verbinden und voneinander abhängig machen. So können zukünftig ganze Prozessketten digitalisiert werden. In der Buchhaltung betrifft das den Rechnungseingang, deren weitere Verarbeitung, ihre Begleichung und ihre Ablage oder Archivierung. Vollautomatisiert verschafft dieses digitale System den Mitarbeitern einen Zugewinn an Zeit, die sie für andere wichtige Aufgaben nutzen können. Schon heute setzen viele Unternehmen auf die Arbeit mit ECM-Systemen und halten sich darüber wettbewerbsfähig.

Mit wachsender Zahl an Content generierenden Applikationen müssen ECM-Systeme zwangsläufig besser, schneller und leichter aktualisierbar werden. Nur so sind sie für Unternehmen eine Erleichterung in Bezug auf die neuen digitalen Anforderungen. Einzig Unternehmen, die mit dem technischen Fortschritt gehen, können dem Wettbewerb standhalten. Eine Investition in die Digitalisierung der Arbeitswelt bedeutet also eine größere Wettbewerbsfähigkeit. Die wiederum steigert den Absatz der Produkte, was zu einem Zuwachs an Beschäftigten führt. Auf diese Weise entstehen schon heute neue Märkte, die weltweite Produktivität wächst und damit wachsen auch die Unternehmen. Beispielhaft für diese Entwicklung steht das Elektronikwerk von Siemens im Amberg. Obwohl man hier an einer stetigen Automatisierung der Fabrik gearbeitet hat und Maschinen und Computer mittlerweile 75 Prozent der Wertschöpfungskette bewältigen, ist die Mitarbeiterzahl konstant geblieben. Denn der Mensch bleibt unverzichtbar.

Die Ängste der Beschäftigten

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist in vollem Gange und eröffnet den Menschen neue Chancen. Doch auf der anderen Seite gibt es auch viele Kritiker, die vor Jobstreichungen, steigender Arbeitslosigkeit und wegrationalisierten Berufen warnen. Diverse Studien prognostizieren den Industrieländern einen Verlust von rund fünf Millionen Jobs in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren. Aber auch die Gegenstimmen sind laut. So haben Untersuchungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergeben, dass tatsächlich nur rund zwölf Prozent aller Arbeitsplätze Tätigkeiten aufweisen, die sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit automatisieren lassen. Allen Unkenrufen zum Trotz, halten es nur 13 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit mindestens 50 sozialversicherungspflichtig Angestellten für wahrscheinlich, dass ihr Job in den nächsten Jahren zu Gunsten einer Maschine wegfällt, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist in vollem Gange und in manchen Branchen, wie beispielsweise der Medienbranche, mit flexiblen und ortsunabhängigen Arbeitsmodellen schon Alltag. Ausstellungsstücke auf Messen wie der CeBit in Hannover zeigen, dass sich der flexible Arbeitsalltag in Zukunft durchaus in unterschiedlichsten Branchen durchsetzen kann. Wie die digitale Zukunft konkret aussieht, können aber weder Studien, Forscher oder Experten voraussagen. Klar ist jedoch: Wer am digitalen Wandel teilhaben und sich nicht abhängen lassen will, muss den Willen haben, stetig Neues zu lernen und sich weiter zu entwickeln. Denn am Ende fallen Berufe nicht weg, sondern wandeln sich.

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Topics: Digitalisierung

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