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Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Arbeitswelt?

Von Max Ertl • 10. April 2018

Fliegende Menschen, selbstfahrende Autos und Kommunikation mit dem All – Dinge wie diese gehören schon immer zur Faszination des Menschen, wenn es um die Zukunft geht. Bereits im Jahr 1897 träumte die Schokoladenfabrik Gebrüder Stollwerck auf ihren Reklame-Sammelbildern von Polizisten mit Flügeln und vollen Verkehrsstraßen. So zumindest stellten sie sich das Jahr 2000 vor. Heute, fast zwei Jahrzehnte nach der Jahrtausendwende, fliegen Menschen in Drohnen und zumindest teilautomatisierte Autos fahren auf den Straßen der Welt. Die Digitalisierung macht es möglich. Welche Auswirkungen sie auf die Arbeitswelt hat, lesen Sie in diesem Beitrag.

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Geht es um die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt, gibt es allgemein zwei vorherrschende Meinungen. Auf der einen Seite stehen die Kritiker und Skeptiker, die Fabriken voller Roboter und Maschinen sowie eine Vielzahl an Arbeitslosen sehen. Auf der anderen Seite zeichnen die Befürworter der Digitalisierung ein anderes Bild. Sie sehen ein neues Wirtschaftswunder mit Jobs für alle. Beiden gemein ist auf jeden Fall, dass ihre Ansichten und Diskussionen stark interessengeleitet sind. Einen technologischen Determinismus, der bestimmte Arbeits- und Beschäftigungsformen vorgibt, gibt es nicht. Eher ist die Digitalisierung ein gesellschaftlicher Prozess, der an bestehende Institutionen, Normen und Werte anknüpft. Dabei liegt es an den jeweiligen Interessenvertretungen, diesen Prozess mitzugestalten.

Digitalisierung – was verbirgt sich dahinter?

Das Wort ist in aller Munde und jeder hat seine Meinung dazu. Geht es aber um die Digitalisierung im Konkreten, so scheiden sich oft die Geister. Was ist Digitalisierung überhaupt? Welche Prozesse verstecken sich dahinter? Und welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf Arbeitswelt und Alltag? Fragen wie diese gilt es unbedingt zu klären, wenn man verstehen will, wo die Zukunft hinführen kann.

Generell verstehen Experten unter Digitalisierung mehrere Dinge zugleich. Vor allem geht es dabei aber um die Robotik, die mit fortschreitender technologischer Entwicklung mehr und mehr Unternehmen in eine digitale Zukunft leitet. Zudem ist es das Internet of Things, das zu einer neuen Art der Vernetzung von Mensch und Maschine führt. Darüber hinaus zeigt sich die Digitalisierung auch in cyber-physischen Systemen wie beispielsweise in intelligenten Stromnetzen. Klar ist – sie alle wirken sich auf den Arbeitsalltag der Menschen aus und stellen sie vor neue Herausforderungen. Damit zusammen hängt auch eine starke Veränderung der Arbeitsplätze, wie man sie heute (noch) kennt.

Diese Berufe ändern sich durch die Digitalisierung 

Allem voran, steht die Angst vieler Menschen vor einem Jobverlust. Zwar haben, wie Studien belegen, in Deutschland nur rund 15 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer einen Job mit sehr hohem Substitutionspotential, doch ist die Angst nicht gänzlich unverständlich. Denn es gibt Prozesse, die der Mensch nicht permanent kontrollieren und organisieren muss. Dort ist er zunehmend überflüssig und lässt sich durch Maschinen ersetzen. Dies betrifft vor allem einfache Jobs in der Transport- und Logistikbranche sowie die Industrieproduktion und einige Servicedienstleistungen. Untersuchungen haben ergeben, dass hier in den nächsten Jahren rund sieben Millionen Arbeitsplätze verloren gehen werden. Betroffen sind davon überwiegend Tätigkeiten, die kein hohes kognitives Geschick fordern. Natürlich ist an dieser Stelle nicht ausgeschlossen, dass die Digitalisierung in ferner Zukunft auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt anderer Berufe hat, von denen man es heute auf keinen Fall denkt. Experten können hierzu allerdings keine Vorhersage treffen.

Gegenüber dem Verlust einiger Arbeitsplätze steht aber auch die Erschaffung neuer Jobs. Vor allem in den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation ist es wahrscheinlich, dass sich etliche Jobs neu bilden. Darüber hinaus prognostizieren Experten einen erhöhten Bedarf an Akademikern, vorzugsweise aus den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die maßgeblich an der Entwicklung neuer Technologien beteiligt sein werden. Eine weitere Prognose in Bezug auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt ist, dass sich Jobprofile eher verändern werden, als dass sie gänzlich verschwinden. Gleiche Jobs werden andere Anforderungen haben und Ausbildungen werden sich diesen anpassen. Auch heute schon ist das zu beobachten. So muss ein Auszubildender eines handwerklichen Berufs nicht nur die nötigen berufsspezifischen Fachkenntnisse erlernen, sondern zusätzlich mit einem Computer umgehen können.

Hinzu kommt, dass viele kleine und mittelständische Handwerksbetriebe vermehrt auf ihre Präsenz in sozialen Medien setzen. Eine Vielzahl an Sanitär- und Heizungsunternehmen, Bäckereien oder Tischlereien zeigen sich heute bei Facebook, Instagram und Co. So wollen sie attraktiver sein für den Nachwuchs und zeigen damit, dass die Digitalisierung auch Auswirkungen auf ihre Arbeitswelt hat. Die Veränderungen durch den digitalen Wandel sind somit auch in Berufen erkennbar, die auf den ersten Blick nicht auf ihn angewiesen sind, um zukunftsfähig zu bleiben. An dieser Stelle zeigt sich auch, dass ein Wechsel zwischen verschiedenen Berufen und Branchen zukünftig um einiges leichter sein könnte. Die geforderten Qualifikationen ähneln sich und machen die Einarbeitung in einen neuen Job dadurch umso leichter, sind doch die genutzten Technologien die gleichen.

Das Potenzial der Digitalisierung

Ein großer Vorteil der Digitalisierung, der auch entscheidende Auswirkungen auf die Arbeitswelt hat, zeigt sich insbesondere an den Grundzügen des digitalen Zeitalters. Dieses ist nämlich von zwei Dingen geprägt: der Speicherung von Informationen in der für Computer verständlichen 0/1-Codierung und in der Nutzung digitaler Codes zur Definition maschineller Algorithmen in Form von Software. Die Elektronik erlaubt es digitalen Maschinen dabei, Informationen zu verarbeiten, darauf zu reagieren und diese selbst weiterzugeben. Mit jeder Verbesserung von Programmcodes, Sensorik und Steuertechnik entwickeln sich diese Maschinen weiter, werden selbständiger, intelligenter und effizienter. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass sie unabhängiger vom Menschen und seiner Kontrolle werden.

Während viele Menschen darin die Gefahr sehen, ersetzt zu werden, birgt diese Entwicklung auch etliche Chancen. Nehmen Maschinen und Roboter dem Menschen Routineaufgaben ab, so kann dieser sich mehr auf kognitiv anspruchsvollere Aufgaben konzentrieren. Und auch dabei hat die Digitalisierung schon jetzt entscheidende positive Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Sie ermöglicht es den Menschen nämlich, wesentlich flexibler zu sein. Das wirkt sich nicht nur auf ihre Leistungen und die Effektivität ihrer Arbeit aus, sondern auch auf die Gestaltung von Freizeit und Privatleben.

Flexibilität als Ergebnis der Digitalisierung

Arbeiten, wenn es in den Biorhythmus passt, vollausgerüstete Büros stundenweise mieten oder neue branchenübergreifende Kontakte in Coworking-Spaces knüpfen – diese Auswirkungen auf die Arbeitswelt sind typisch für die Digitalisierung. Denn das Modell von Arbeit 4.0 ist längst ein Teil unseres Alltags. Etliche Betriebe setzen bereits jetzt darauf, ihren Mitarbeitern ein flexibles raum- und ortsunabhängiges Arbeiten zu ermöglichen. Die digitalen Strukturen unserer Zeit spielen ihnen dabei in die Karten. E-Mails, Messenger oder Video-Chats erleichtern die Arbeit. Die einzige Voraussetzung:  Das Internet muss funktionieren. Denn die Verbreitung und Nutzung von Technik hängt maßgeblich von der Infrastruktur zur Datenübertragung ab. Auch deswegen hat die Bundesregierung die Verbesserung der durchschnittlichen Geschwindigkeit von Breitbandanschlüssen auf ihrer Agenda stehen.

Eine ausreichende IT-Infrastruktur ist zu großen Teilen dafür verantwortlich, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt erfolgreich voranschreiten kann. Vor allem Konzepte wie Industrie 4.0 hängen von ihr ab. Und auch Anwendungen wie Cloud-Computing und Cloud-basierte Arbeitsmodelle sind auf eine gut funktionierende Technik angewiesen. Dabei begeistert vor allem das Cloud-Computing schon heute viele Unternehmen, bietet es ihnen doch eine bedarfsgerechte und flexible Nutzung, die darüber hinaus auch Kosten spart. So greifen im Arbeitsalltag bereits über 30 Prozent der mittleren und großen Unternehmen auf Cloud-Computing und Cloud-basierte Arbeitsmodelle zurück. Digitale Programme wie ein Enterprise Content Management (ECM) oder Dokumentenmanagement-Systeme (DMS) erleichtern hier tägliche Arbeitsabläufe. So haben die Menschen mehr Möglichkeiten, sich auf die Jobs zu konzentrieren, die auf lange Sicht nicht substituierbar sind.

Kosten sparen mit Dokumenten-Management

Topics: Digitalisierung

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